Mein Sortiment
Der Name Obstbaumschule bedeutet eine Spezialisierung im Bereich der Baumschulen, weil es nicht möglich ist, alles, was die Natur an Gehölzen bereithält in einem Betrieb aufzupflanzen und zu vermehren. Und selbst der Bereich der früchtetragenden Gehölze ist derart groß (Beerenobst, Kernobst, Steinobst, Nüsse), dass ich mich auch hier auf eine gewisse Bandbreite an verscheidenen Obstarten beschränken musste. Denn die Welt der Obstsorten öffnet sich taxonomisch erst darunter: Der Apfel ist EINE Obstart, beherbergt aber einige tausend(!) Sorten. Das heißt, dass hier zum dritten Mal eine Spezialisierung vorgenommen wird, wenn man sich auf „nur“ 30 Apfelsorten reduziert. Diese wiederum werden ja veredelt, um die gewünschte Sorte zu erhalten. Dafür werden zwei Gehölze miteinander kombiniert (siehe „Die Veredelung“). Diese Kombination kann man nun bei jeder Obstsorte in bis zu achtfacher Weise durchführen (wenn man so viele verschiedene Unterlagentypen benutzt). Das führt dazu, dass man pro Obstsorte eine bis acht Sortimente bekommt. Also: Eine Obstbaumschule repräsentiert nicht den Artenreichtum der Gehölzflora der gemäßigten Breiten (als Beispiel), sondern nur einen stecknadelkopf-großen Ausschnitt derselben. Dafür aber repräsentiert sie die Kulturleistung des Menschen im Bereich der Züchtung, Erhaltung und Vermehrung unserer allseits geliebten Obstgehölze, deren Erzeugnisse für uns Menschen so überaus lebenswichtig sind!
So habe ich mein Sortenspektrum im Laufe der Jahre entwickelt, sprich: ich habe Erfahrungen gesammelt und Obstarten mit hereingenommen und behalten, aber auch hereingenommene nach schlechten Erfahrungen wieder aus dem Sortiment gestrichen. Zum aktuellen Portfolio gehören Äpfel, Birnen, Süßkirschen, Sauerkirschen, Pflaumen, Mirabellen, Zwetschen, Esskastanien und neu im Versuch Pekannüsse. Einige Walnüsse und Schwarznüsse werden ebenfalls noch auf ihre Vermehrungs-besonderheiten geprüft.