Techniken und Regeln V: das Ausbrechen von Knospen

Das Knospenausbrechen ist eine Technik, die Hand in Hand mit der des Anschneidens geht und mit dieser Arbeit gleich miterledigt wird, weil sie einem beim nächsten Pflegedurchgang sehr viel Arbeit und Schnittwunden erspart.

Wenn der Anschnitt auf die gewünschte Knospe erfolgt ist, nehme man die Schere so in die Hand, dass man mit der Schneide etwas schälen kann, so wie man einen Apfel schälen würde. So angefasst führt man die Schere nun unter die Knospen, die nach oben, nach innen und zu den falschen Seiten zeigen und schiebe sie nach unten ab, sodass die Knospen ausbrechen. Es geht dies auch mit dem Fingernagel des Zeige- oder Mittelfingers, aber nur, wenn die Knospen nicht so dicht am Trieb anliegen.

Das Entfernen der Knospen auf diese Art verhindert ihr Austreiben ziemlich zuverlässig und man kann damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Erstens muss man dann beim nächsten Schnittdurchgang deutlich weniger verkehrt wachsende Triebe entfernen, verursacht also auch deutlich weniger Schnittwunden und zweitens dankt es einem die forcierte Knospe mit extra starkem Austrieb. Möchte man zweiteres genau nicht, dann lässt man absichtlich die erste Oberseitenknospe und pult nur die darunter liegenden aus. Dann wird viel Austriebskraft in diese Oberseitenknospe gehen und man schneidet den resultierenden starken Trieb beim nächsten Mal weg.