Sauerkirschen

Sauerkirschen habe ich recht frisch im Programm, weil mir anfangs die Süßkirschen nicht gut geglückt sind, also die Veredelungen zu unsicher anwuchsen. So war ich lange sehr unzufrieden mit dieser Obstart. Ähnliches erlebe ich derzeitig mit den Sauerkirschen. Doch da ich viel probiert und beobachtet habe und dadurch nun den Anwuchserfolg der Süßkirschen allmählich steigern kann, bin ich guter Hoffnung, dass mir das mit den sauren Vertretern dieser Obstart auch gelingt. Sauerkirschen haben einfach einen viel höheren Saftgehalt als Süßkirschen und lassen sich daher deutlich effizienter verarbeiten und sind auch z.B. für die Weinherstellung prädestiniert. Hier die ersten drei Sorten, die bei mir vermehrt werden:

Heimanns Rubinweichsel

Heimanns Rubinweichsel

Herkunft: 1920 von Hr. Heimann in Mötzlich bei Halle gefunden und ins Blankenburger Sauerkirsch-Sortiment mit aufgenommen.

Baumbeschreibung: Krone hochpyramidal, dünne Äste, gut verzweigt mit viel Fruchtholz.

Wuchsstärke: mittelstark

Blüte: mittelfrüh, robust, selbstfruchtbar

Pflückreife: 5. Kirschwoche (Mitte Juli), nicht blutend

Fruchtbeschreibung: groß, bräunlichrot, Fruchtfleisch relativ fest, sehr saftig, gut steinlösend

Geschmack: hochwertig, säurereich

Ertragswert: früh, reich, regelmäßig

Krankheitsanfälligkeit: moniliafest, anfällig für Bakterienbrand (Pseudomonas syringae)

Köröser Weichsel

Köröser Weichsel

Herkunft: 1925 Nagykörös / Ungarn

Baumbeschreibung: Krone hochpyramidal, Äste leicht hängend, weit ausladend

Wuchsstärke: stark bis sehr stark

Blüte: mittelfrüh (1.-12.5.)

Befruchtersorten: Schattenmorelle, große schwarze Knorpelkirsche, Kassins, Fanal

Pflückreife: 5. – 6. Kirschwoche (Ende Juli), gut transportfähig, ohne zu saften

Fruchtbeschreibung: groß, dunkelrot, Fleisch rot und fest.

Geschmack: fein, süß-säuerlich

Ertragswert: früh, mittel bis hoch, nicht ganz regelmäßig

Krankheitsanfälligkeit: resistent gegen Monilia

Ludwigs Frühe

Ludwigs Frühe

Herkunft: unbekannt. 1890 von Baumschule Ludwig gekauft, fiel sie dem Obstbauern in Heidesheim / Rheinhessen durch ihre frühe Reife auf.

Baumbeschreibung: flachkugelige Krone mit flachen Leitästen und viel Fruchtholz.

Wuchsstärke: mittelstark

Blüte: mittelfrüh (Mitte Mai), selbstfruchtbar

Pflückreife: 3. Kirschwoche (Ende Juni), leicht pflückbar, wenig transportfest

Fruchtbeschreibung: leuchtend rote Frucht mit starkem Glanz, dünne zähe Haut, Fruchtfleisch fein, saftig und gut steinlösend.

Geschmack: angenehm harmonisch säuerlich

Ertragswert: früh, reich, regelmäßig, Massenträger

Krankheitsanfälligkeit: moniliafest, außer in nasskalten Sommern.